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Robinhoods Neuer Coup: KI-gestützte personalisierte Anlageberatung und Einstieg in den Billionenmarkt der Krypto-Derivate

  • Die Übernahme von Pluto Capital bringt maßgeschneiderte Anlagestrategien und erweiterte Datenanalysen für Robinhood-Kunden. 
  • Mit neuen Produkten wie der Gold-Kreditkarte und der geplanten Einführung von Kryptowährungs-Futures treibt Robinhood sein Wachstum voran. 
  • Mit einem monatlichen Derivatevolumina von 3,69 Billionen USD ist der Krypto-Derivatemarkt mehr als doppelt so groß wie der Spot-Markt 

Robinhood ist bekannt für seine provisionsfreie Handels-App, hat jedoch sein Dienstleistungsangebot um Kreditkarten und Rentenkonten erweitert und beeindruckte in diesem Jahr mit einer Innovations- und Übernahmeoffensive. Der Konzern möchte mit digitalen Lösungen alles rund um die Finanzen anbieten. CEO Vlad Tenev erwähnte, dass das Unternehmen über eine Ausweitung der Finanzberatung nachdenkt, will aber keine standardisierte Robo-Beratung anbieten. Die neueste Übernahme von Pluto Capital, einem Unternehmen für Investmentforschung, das auf künstlicher Intelligenz basiert, könnte darauf hindeuten, wie Robinhood dies in Zukunft tun könnte. Robinhood hat Pluto übernommen, das maßgeschneiderte Anlagestrategien basierend auf den Bedürfnissen und finanziellen Zielen der Kunden anbietet. 

Robinhood-Kunden profitieren durch die Übernahme von erweiterten Datenanalysen, Investitionseinblicken und personalisierten Anlagestrategien. Plutos Algorithmen passen die Anlagestrategien an individuelle Kundenprofile an, indem sie Faktoren wie Risikotoleranz, Anlageziele und historisches Verhalten analysieren.  

Mithilfe von LLMs (Large Language Models) sollen in Echtzeit Marktdaten verarbeitet und interpretiert werden. Trends und Chancen sollen schneller identifiziert werden können, was Anlegern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen soll. Persönliche Auswertungen zum eigenen Handelsverhalten dürften auch dazu gehören. Die Attraktivität zur Nutzung der Robinhood-App und somit die Kundenbeliebtheit dürften damit zunehmen. Der Börsenboom spielt Robinhood derzeit zusätzlich in die Karten. Im ersten Quartal stiegen die verwalteten Vermögenswerte um 65 % auf 129,6 Mrd. USD. Allein im ersten Quartal hat Robinhood eine halbe Million neuer Kunden gewonnen, was die Gesamtzahl der Kunden auf 23,9 Millionen brachte. Mit der neuen Gold Kreditkarte könnte sogar eine deutliche Beschleunigung bei den nächsten Quartalszahlen einsetzen. Doppelt so viele Kunden wie zuvor schließen Robinhoods Goldabo ab. Zudem spielt auch der Kryptowährungsboom eine entscheidende Rolle, wenngleich die sehr volatilen Kryptowährungen im aktuellen Quartal schwächelten. 

Robinhood Markets plant laut der gestrigen Meldung vom 2. Juli von der Nachrichtenagentur Bloomberg Kryptowährungs-Futures in den USA und Europa anzubieten, sobald die 200-Millionen-Dollar-Übernahme von Bitstamp abgeschlossen ist. Das Unternehmen möchte unbefristete Bitcoin-Futures in Europa und CME-basierte Bitcoin- und Ether-Futures in den USA einführen. Anfang dieses Jahres erwarb Robinhood eine Futures-Broker-Lizenz von Marex, die die notwendige Lizenz für den Handel mit Futures in den USA besitzt, so die Insider. Der Krypto-Derivatemarkt ist laut dem Forschungsunternehmen CCData weltweit größer als der Spot-Markt, mit monatlichen Derivatevolumina von 3,69 Billionen USD im Vergleich zu 1,58 Billionen USD im Spot-Handel im Mai. Offiziell bestätigen wollte der Konzern das Vorhaben noch nicht. 

HOOD beendete das 1. Quartal mit 5,2 Mrd. USD in Unternehmensliquidität und Anlagen gegenüber keiner Unternehmensverschuldung. Das erwartete Kurs-Umsatzverhältnis von 5,7 für 2024 erscheint angesichts des Wachstums äußerst günstig, zumal sogar schon ein positives Kurs-Gewinn-Verhältnis in Höhe von 67 in diesem Jahr erwartet wird. Zu beachten ist allerdings die hohe Abhängigkeit vom Marktgeschehen, denn Kunden werden leicht in guten Börsenzeiten angelockt, wohingegen fallende Kurse typischerweise auch fallende Vermögen und Kundenverluste bedeuten.  

Fazit: Robinhoods Übernahme von Pluto zeigt erneut, dass es nicht nur eine Handelsplattform, sondern ein umfassender Finanzdienstleister werden will. Das gelingt dem Konzern in diesem Jahr in einem Tempo wie keinem zweiten Fintech. Ein klarer Outperformer in positiven Börsenzeiten mit einer immer noch günstigen Bewertung!

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